Auf dem Chaos Computer Congress 2025 wurde der Digital Independence Day ausgerufen:
Jeden ersten Sonntag im Monat eine App, ein Programm wechseln. Und zwar weg von den großen Playern, hin zu unabhängigen Alternativen. Also zum Beispiel von WhatsApp zu Signal, von Chrome zu Firefox oder Opera, von Outlook zu Thunderbird wechseln.
Man verlässt eine der Big-Tech-Plattformen und gibt damit an.Linus Neumann, Sprecher des Chaos Computer Clubs, am 6. Januar 2026 auf Radio eins
Auf di.day sind alle Infos zum Digitalen Unabhängigkeitstag und leicht verständliche Wechselrezepte verfügbar.
Hilfe beim Finden der passenden Alternativen zu bisherigen Tools und konkrete Anleitungen für den Wechsel gibt’s auch auf: european-alternatives.eu/de.
Wir geben heute mit unserem neuen Linux-Laptop an ;)
Wir haben gleich groß angefangen:
beim Betriebssystem
Seit Januar 2026 arbeite ich immer häufiger am neuen Linux-Laptop. Gekauft wurde ein ThinkPad ohne Betriebssystem und dann ein Linux Mint installiert.
Die grundlegenden Apps waren in der Installation enthalten: Browser, E-Mail-Programm und Office-Programme. Passwort-Manager, Messenger, Programmierumgebung und FTP für die Arbeit waren schnell installiert.
Für manche Sachen bedurfte es etwas Recherche, wie zum Beispiel die richtige Anbindung an unseren File Server (Lösung: Netzwerkfreigabe mit CIFS/SMB direkt mounten) oder eine Alternative zur Bildschirmfreigabe auf den File Server (Lösung: MultiVNC). Beides funktioniert einwandfrei.
Sicherlich hilfreich bei der ganzen Umstellung ist die Tatsache, dass viele andere Programme (Zeiterfassung, Aufgabenplanung, Buchhaltung …) ohnehin als Web-Apps im Browser genutzt werden und dafür überhaupt nichts mehr installiert werden muss.
Einschub: Dieser Vorteil bei einer Umstellung offenbart allerdings auch gleich einen Nachteil in Bezug auf neue Abhängigkeiten – nämlich die von einer stabilen Internetverbindung und funktionierenden Servern auf der Gegenseite – Raum für zukünftige „Systemwechsel“.
Was mir an Linux gefällt:
- Das Gesamtsystem und alle Programme wirken unheimlich schnell.
- Die Arbeit fühlt sich professioneller an. (Gerade mit Mac OS Tahoe war die Oberfläche verspielter geworden.)
Was noch ungewohnt ist, fehlt oder nicht gefällt:
- Die Finger gewöhnen sich noch an das neue Tastaturlayout (Strg statt Cmd).
- Grafiksoftware habe ich bisher nicht installiert, aber schon gesehen, dass Affinity installierbar wäre und auch DaVinci Resolve wäre wohl machbar. Für grundsätzliche Bildbearbeitung (Größe und Format ändern) gibt es Pix an Board.
- Ich hatte mich gerade wieder an NetNewsWire als Feed Reader gewöhnt und muss jetzt nach einer anderen Variante suchen. Die dafür momentan installierte App Akregator gefällt mir optisch nicht.
Fazit
Ich muss sagen, dass mich echt überrascht hat, wie viel Computer man für viel weniger Geld (verglichen mit den bisher seit Jahren gekauften MacBooks Pro) bekommt. Auch nach zwanzig Jahren Web-Entwicklung unter Mac OS ist der Umstieg auf Linux einfach. In jedem Fall bringt er einen lohnenden Perspektivwechsel.
Was das ThinkPad an sich betrifft: Für etwas mehr Geld hätte man vermutlich besseren Sound (der ist wirklich schlecht, verglichen mit den Macs) bekommen. Und vielleicht auch ein Gerät, das etwas stabiler wirkt und nicht nur aus Kunststoff besteht.
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